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OPSG: Sie haben am 13. September 2007 den Vorsitz der OPSG von Herrn Engels übernommen. Wie haben Sie die Arbeit der OPSG bisher wahrgenommen?
Mester: Ich gehöre dem Polizeipräsidium Münster bereits seit Januar 2002 an und war bis zur Übernahme der jetzigen Funktion Leiter des Führungsstabs für besondere Einsatzlagen.
Seit der Gründung der OPSG im Jahre 2001 habe ich aufmerksam deren Aktivitäten verfolgt. Die sehr aktive und konstruktive Zusammenarbeit verschiedenster Partner unserer Stadt unter dem Dach der OPSG war Garant für deren sehr erfolgreiche Arbeit. Die intensive Aufklärung Jugendlicher, das zur Verfügung stellen legaler Flächen für die Gestaltung durch Sprayer, aber auch eine konsequente Strafverfolgung, gepaart mit Hilfsangeboten an straffällig gewordene Jugendliche, haben dazu geführt, dass die Schäden durch illegale Graffiti in Münster deutlich gesenkt werden konnten. Gekrönt wurde die erfolgreiche Arbeit der OPSG im Dezember 2004 mit dem Landespreis für Innere Sicherheit, überreicht durch den damaligen Innenminister des Landes NRW, Dr. Behrens.
OPSG: Wo sehen Sie die Schwerpunkte in der künftigen Arbeit der OPSG?
Mester: Die OPSG muss sich künftig wieder mehr auf ihre Stärken besinnen, um der seit zwei Jahren erneut steigenden Zahl illegaler Graffiti, insbesondere aber den dadurch verursachten hohen Sachschäden entgegen zu wirken. Mich selbst sehe ich dabei in der Rolle des Moderators und Koordinators in der Umsetzung der Ideen und Projekte, die sich aus dem Kreis der Ordnungspartner entwickeln.
Öffentlichkeitsarbeit, verstärkte Aufklärung und Information muss ein neues Problembewusstsein sowohl bei potentiellen Tätern, aber insbesondere auch bei den geschädigten Hauseigentümern schaffen. Unterstützen kann uns dabei unser neu konzipierter Flyer, mit dem wir Informationen rund um Graffiti anbieten. Gezielte Plakataktionen, die Präsentation von Graffiti als Kunst im öffentlichen Raum, mithin auch die Informationen über bzw. die Präsentation von Graffiti auf öffentlichen Veranstaltungen bieten weitere Möglichkeiten.
Ein intensivierter Informationsaustausch und die Fortsetzung der engen Zusammenarbeit zwischen den Ordnungspartnern Staatsanwaltschaft, Jugendamt, Jugendgerichtshilfe und Polizei, sowie die Optimierung der Abläufe insbesondere im Bereich des „Täter/Opfer Ausgleichs“ sind weitere Schwerpunkte unserer Tätigkeit.
Natürlich muss es auch künftig unser Ziel sein, der Graffitiszene legale Flächen zur Gestaltung zu erschließen.
OPSG: Wie sollen sich von Sachbeschädigungen durch illegale Graffiti betroffene Hauseigentümer verhalten?
Mester: Erlauben sie mir zunächst den Hinweis, dass sich Hauseigentümer beispielsweise durch Zaunanlagen, eine gute Ausleuchtung ihrer Objekte oder einfach auch nur die Begrünung der Fassaden vor illegalen Graffiti schützen können.
Zur eigentlichen Fragestellung möchte ich das Beispiel der Kooperation mit der Stadt Münster anführen. In der Erkenntnis, dass ein Sprayer in der Szene nur dann Ansehen erlangt, wenn möglichst viele Menschen „sein Werk“ sehen, werden, neben der sofortigen Einleitung polizeilicher Ermittlungen, die durch Graffiti verunreinigten Gebäudeflächen unmittelbar gereinigt. Wenn es uns gelingt, neben den öffentlichen Immobilienbesitzern insbesondere auch die vielen von illegalen Graffiti betroffenen privaten Hauseigentümer für eine schnelle Entfernung der Graffiti zu gewinnen, wird es für Sprayer künftig uninteressant, illegal zu sprayen.
In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass eine schonende und fachgerechte Reinigung der Fassaden möglich und oftmals weit günstiger als vermutet ist.
Geschädigte sollten darüber hinaus in jedem Falle eine Anzeige bei der Polizei erstatten. Sie sichern sich ihre Schadensersatzansprüche, helfen Tatzusammenhänge zu erkennen, Rückschlüsse auf mögliche Verursacher zu ziehen und denen die Taten letztlich auch nachzuweisen. Eine eigens für diesen Deliktsbereich eingerichtete gemeinsame Ermittlungskommission aus Bundes- und Landespolizei bearbeitet, nicht zuletzt auch durch den Einsatz einer Bilddatenbank, die die Aufklärung teilweise auch weit zurückliegender Taten ermöglicht, sehr erfolgreich Sachbeschädigungen durch Graffiti.
OPSG: Herzlichen Dank für das Interview und viel Erfolg für Ihre Tätigkeit in der OPSG Herr Mester.
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